Aktuelle Lage

Der Krieg in der Ukraine und die Folgen für die Energiewirtschaft

Entwicklung Gaspreise

Infolge des verhältnismäßig langen und kalten Winters 2020/2021 sowie der sich weltweit rasanten Wiederaufnahme der Produktion nach der Corona-Pandemie kam es bereits Ende 2021 weltweit zu einem sprunghaften Nachfrageanstieg nach Gas. Die Folge waren deutlich spürbare Preiserhöhungen an den Energiebörsen bereits vor dem Russland-Ukraine-Konflikt. Nach einer kurzen Entspannung zum Beginn des Jahres 2022 haben seit dem Tag des Kriegsausbruchs die Preise für die Gasbeschaffung nun jedoch wieder deutlich zugelegt.

Gaspool EEX im Jahresverlauf

Der aktuelle Gaspreis liegt infolge der jüngsten dramatischen Entwicklungen etwa bei dem vierfachen des Gaspreises zum Beginn des Kalenderjahres 2021.

Entwicklung der Fernwärmepreise und der Heizkosten Fernwärme als Folge der Gaspreiszunahme

Bislang sind die Fernwärmearbeitspreise aufgrund der geltenden Preisanpassungsvereinbarungen noch kaum von der Gaspreisentwicklung betroffen. Dies liegt vor allem darin begründet, dass sich die Anpassung des Arbeitspreises zum Jahresbeginn 2022 an den Gaskosten der Monate Oktober 2020 bis September 2021 orientiert. Die eingangs beschriebenen Effekte auf unsere Beschaffungskosten sind somit bislang in der Entwicklung des Fernwärmearbeitspreises nur sehr abgeschwächt abgebildet. Die Auswirkungen werden sich vielmehr erst mit der anstehenden Preisanpassung zum 01. Januar 2023 deutlich auswirken.

Die Entwicklung des Arbeitspreises für die Fernwärme wird nicht ausschließlich von der Entwicklung der Beschaffungskosten für Gas beeinflusst (45% Gewichtung) sondern über den Wärmepreisindex auch von der Marktpreisentwicklung der Heizkosten allgemein (30% Gewichtung). Dabei spielen auch die Preisentwicklungen für Öl und Strom und Erneuerbare eine Rolle. Da auch diese Energieträger mit erheblichen Preiszuschlägen gehandelt werden, dürfte sich nur eine sehr geringe Dämpfung auf die zu erwartende Anpassung der Preise Anfang 2023 ergeben. Einzig die Tatsache, dass der Fernwärmearbeitspreis zu 25% konstant gehalten wird, wird den Effekt auf die Entwicklung mildern.

Für die Entwicklung der zukünftigen Heizkosten mit Fernwärme spielt neben dem Arbeitspreis auch der Leistungspreis eine wesentliche Rolle. Dieser macht je nach der Größe eines Objektes 50% bis 60% der Heizkosten aus. Der Leistungspreis ist nicht unmittelbar mit den Energiemärkten verknüpft,sondern an die Entwicklung von Löhnen und Investitionskosten gebunden. Er hat somit auf den zu erwartenden Anstieg der Heizkosten ebenfalls einen dämpfenden Effekt.

Es ist also zum Beginn des Jahres 2023 mit einem zwar im Vergleich zur Gaspreisentwicklung an den Gasbörsen leicht gedämpften, aber deutlich spürbaren Preisanstieg zu rechnen.

Wie können Sie auf die zu erwartenden Kostenentwicklungen frühzeitig reagieren?

Einen Teil der Kostenentwicklung werden die Stadtwerke Kiel über den oben genannten Fixbestandteil des Fernwärmepreises abfedern können. Weitergehende Effekte könnten sich aus der Reduzierung des Wärmeverbrauchs ergeben. Hier können Sie selbst aber auch Ihre Mieter einen aktiven Beitrag leisten.
Wir empfehlen Ihnen, Ihre Anlagentechnik dahingehend zu überprüfen, ob Einsparpotenziale bestehen, die bislang noch nicht realisiert worden sind. Dies können zum Beispiel sein:

  • Legionellenschaltung Trinkwarmwasserbereitung
    Häufig stellen wir fest, dass die Trinkwarmwasserbereitung durchgehend auf Temperaturen über 60°C eingestellt ist. Dies ist zumindest im Normalfall mit Hinblick auf die Trinkwasserhygiene nicht erforderlich. Mit entsprechenden Einstellungen oder der Nachrüstung einer Legionellenschaltung kann bis auf eine regelmäßige thermische Desinfektion des Speichers eine deutlich geringere Temperatur gefahren werden.
  • Isolierung von Leitungen
    Gelegentlich finden wir noch Anlagen mit nicht isolierten Verteilungsleitungen vor. Hier können signifikante Einstellungen vorgenommen werden.
  • Hydraulischer Abgleich
    Eine gut abgeglichene Verteilung im Haus hilft, spürbar Energie einzusparen.

Mit einer umfassenden Überprüfung der Effizienz Ihrer Anlagentechnik können Sie einen wichtigen Beitrag zur Einsparung von Wärmeenergie und damit auf die Dämpfung der Kosteneffekte leisten.

 

Informieren Sie Ihre Mieter

Ferner raten wir dazu, Ihre Mieter über die zu erwartenden Preissteigerungen zu informieren und in diesem Zuge darauf hinzuweisen, dass ein aktiver Beitrag geleistet werden kann:

  • Lüftungsverhalten: Stoßlüften, nicht dauerlüften.
  • Warmwasserverbrauch: Wasser nicht laufen lassen, Temperatur z.B. beim täglichen Abwasch reduzieren.
  • Heizverhalten: Leerstehende oder selten genutzte Räume nur auf einer notwendigen Temperatur halten.
  • Heizenergie sparen: Raumtemperatur moderat senken, 1° C weniger im Raum spart 5% bis 6% Heizenergie.

Zudem machen wir darauf aufmerksam, dass durch eine frühzeitige Anpassung der Abschlagszahlungen spätestens ab dem 1. Januar 2023 vermieden werden kann, dass die Abrechnung zum Jahresende zu hohen Nachzahlungen führt. Das wirkt zwar nicht auf die Kosten, mildert aber zumindest den Einmaleffekt durch eine Ansparung über das gesamte Kalenderjahr ab, so dass es nicht zu unerwarteten Belastungen durch Nachforderungen kommen kann. Sofern die Abrechnung Ihrer Mieter nach dem Heizjahr erfolgen sollte, empfehlen wir eine Anpassung der Abschläge bereits ab Juli 2022.

Empfehlungen für die Anpassung der Abschlagszahlungen lassen wir Ihnen jeweils auf Basis der dann bestehenden Einschätzung zum Ende des aktuellen Heizjahres / Kalenderjahres zukommen.

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Für Rückfragen stehen Ihnen Ihre Kundenmanager jederzeit zur Verfügung. Bei Bedarf unterstützen wir Sie bei der Umsetzung o.g. Empfehlungen gerne beratend oder durch Vermittlung von Fachunternehmen.

 


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