Steuern und Abgaben von Unternehmen

Damit Sie für Ihr Unternehmen besser planen können, halten wir hier Zahlen und Fakten zur steuerlichen Belastung Ihres Stromverbrauches bereit.

Zum 1. Januar 2020 wurden die vom Staat festgelegten Abgaben und Umlagen für Strom- und Gaslieferungen angepasst. Dabei blieb der Kostenblock der Umlagen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Einige Abgaben steigen in diesem Jahr, nachdem sie zwei Jahre lang in Folge moderat gesunken waren. Zusätzlich sind seit 2019 die Privilegien für Unternehmen mit hohem Stromverbrauch reduziert worden, sodass die Optionen zur Verminderung der Umlagen weiter zurückgegangen sind.

Hier erfahren Sie alle Einzelheiten, geordnet nach den einzelnen Steuern und Abgaben. Die Veränderungen in 2020 haben wir hier beispielhaft für drei Verbrauchsmengen berechnet.

Steuern und Abgaben 2020 bei unterschiedlichem Jahresverbrauch*

 250.000 kWh/a750.000 kWh/a1.250.000 kWh/a
Summe24.533 €73.598 €    121.893 €
Kostenveränderung gegenüber Vorjahr+ 880 €    + 2.640 €+ 4.268 €
Kostenveränderung pro kWh+ 0,352 ct    + 0,352 ct+ 0,341 ct

* Privilegien oder Übergangsregelungen zur Verminderung einzelner Umlagen bleiben hier unberücksichtigt.

Privilegien

Die Möglichkeit für Unternehmen, sich von einem Teil der steuerlichen Belastungen ihres Energieverbrauchs zu befreien, sind 2019 erheblich eingegrenzt worden. Die Privilegien kommen nur noch dann in Betracht, wenn ein Unternehmen die Voraussetzungen für die Besondere Ausgleichsregelung gemäß EEG erfüllt. Somit verringern sich die Umlagen pro Kilowattstunde nur noch für Unternehmen mit einem besonders hohen Stromkostenanteil.

Könnte diese Voraussetzung auf Sie zutreffen? Dann wenden Sie sich gerne an Ihren persönlichen Kundenmanager bei den Stadtwerken Kiel. Wir helfen Ihnen bei der fristgerechten Beantragung.

Alle Umlagen und Abgaben auf einem Blick

  • Die EEG-Umlage

    Die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt sich erheblich auf den Strompreis aus. Mit ihr soll der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland gefördert werden. Sie umfasst alle Vergütungen an Erzeuger für eingespeisten Ökostrom innerhalb eines Jahres (abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf des Ökostroms). Die Erzeuger erhalten für den EEG-Strom feste Vergütungssätze, die der Letztverbraucher über die EEG-Umlage entrichtet.

    Was ist neu in 2020?

    Die EEG-Umlage steigt um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je kWh. Sie bleibt damit aber noch unter dem Wert von 2018. In den vergangenen zwei Jahren war die EEG-Umlage gesunken. 2019 ist sie bei 6,405 Cent je kWh angesetzt gewesen, 5,7 Prozent niedriger als im Vorjahr.

    Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
    20146,24 ct/kWh
    20156,17 ct/kWh
    20166,354 ct/kWh
    20176,88 ct/kWh
    20186,792 ct/kWh
    20196,405 ct/kWh
    20206,756 ct/kWh
  • Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

    Mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die parallele Erzeugung von Strom und Wärme in einem Heizkraftwerk gemeint. Da dieses Verfahren besonders energieeffizient und somit klimaschonend ist, fördert der Staat den Betrieb entsprechender Anlagen. Ziel ist, dass im Jahr 2020 ein Viertel des in Deutschland erzeugten Stromes in KWK-Anlagen produziert wird. Die Kosten hierfür deckt eine Umlage, festgelegt im KWK-Gesetz.

    Was ist neu in 2020?

    Die KWKG-Umlage sinkt auf 0,226 ct/kWh. Sie reduziert sich damit zum vierten Mal in Folge. In 2019 belief sie sich auf 0,280 ct/kWh. Sie fällt für alle nicht-privilegierten Letztverbraucher als Aufschlag auf die Netzentgelte an.

    Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
     bis 1.000.000 kWhjede weitere kWh
    20160,445 ct/kWh0,040 ct/kWh
    20170,438 ct/kWhje nach Privileg oder Übergangsregelung
    20180,345 ct/kWhje nach Privileg oder Übergangsregelung
    20190,280 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
    20200,226 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
  • Umlage gemäß §19 Stromnetzentgeltverordnung

    Mit dieser Umlage für »Sonderkunden« werden verminderte Netzentgelte gegenfinanziert, die Unternehmen mit hohem Energieverbrauch eingeräumt werden. Die Umlage ist seit Januar 2012 Bestandteil Ihrer Rechnung.

    Was ist neu in 2020?

    Die Umlage gemäß §19 StromNEV steigt um 17,4 Prozent von 0,305 auf 0,358 ct/kWh.

    Umlage gemäß §19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)
     bis 1 Mio. kWhjede weitere kWh
    20170,388 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20180,370 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20190,305 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20200,358 ct/kWh0,050 ct/kWh*

    * Letztverbraucher aus dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur werden nur mit 0,025 ct/kWh belastet, sofern sie nachweisen können, dass ihre Stromkosten im Vorjahr mehr als 4 % des Umsatzes betrugen.

  • Offshore-Netzumlage

    Diese Umlage finanziert Ausgleichszahlungen in dem Fall, dass zugesagte Netzanschlüsse zu Offshore-Windparks nicht planmäßig verfügbar sind. Übertragungsnetzbetreiber werden in diesem Fall regresspflichtig. Die Umlage soll Investitionen in Hochseewindparks finanziell absichern. Als »Offshore-Haftungsumlage« ist sie seit 2013 Teil des Strompreises. Seit 2019 werden über diese Umlage auch die Netzanbindungskosten für Offshore-Anlagen an die Endverbraucher weitergereicht. Deshalb wurde sie in »Offshore-Netzumlage« umbenannt.

    Was ist neu in 2020?

    Die Offshore-Netzumlage bleibt wie 2019 auf 0,416 ct/kWh. Sie wird von nicht-privilegierten Letztverbrauchern erhoben. Gleichzeitig sind möglichen Privilegien seit 2019 erheblich eingeschränkt worden und ist an die Bewilligung von Privilegien gemäß EEG gekoppelt.

    Offshore-Netzumlage
     bis 1 Mio. kWhjede weitere kWh
    20170,028 ct/kWh0,038 ct*
    20180,037 ct/kWh0,049 ct
    20190,416 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
    20200,416 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG

    * Letztverbraucher aus dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur werden nur mit 0,025 ct/kWh belastet, sofern sie nachweisen können, dass ihre Stromkosten im Vorjahr mehr als 4 % des Umsatzes betrugen.

  • Umlage für abschaltbare Lasten

    Die AbLaV-Umlage, auch »Abschaltumlage« genannt, trat 2014 zum ersten Mal in Kraft. Mit ihr werden Prämien oder Entschädigungen an Großabnehmer refinanziert, die zur Vermeidung eines »Blackouts« ihren Stromverbrauch an Großabnahmestellen runterfahren oder abschalten.

    Was ist neu in 2020?

    Die Abschaltumlage bleibt die niedrigste Netzumlage. Sie ist um 0,002 ct/kWh auf 0,007 ct/kWh gestiegen. Sie kann nicht durch Privilegierungen reduziert werden.

    Umlage für abschaltbare Lasten
    20170,006 ct/kWh
    20180,011 ct/kWh
    20190,005 ct/kWh
    20200,007 ct/kWh
  • Konzessionsabgabe

    Diese Abgabe kommt Städten und Gemeinden für den Bau und Betrieb von Versorgungsleitungen auf und in öffentlichem Grund zugute. Dieser Betrag gilt für Sondervertragskunden nach Konzessionsabgabenverordnung. Sondervertragskunde ist, wer einen Jahresverbrauch von mehr als 30.000 Kilowattstunden aufweist und dessen gemessene Höchstleistung in mindestens zwei Monaten des Jahres 30 Kilowatt übersteigt.

    Die Konzessionsabgabe beträgt unverändert 0,11 ct/kWh für Sondervertragskunden.

  • Stromsteuer

    Mit der Stromsteuer ist seit 1999 der Verbrauch von elektrischer Energie besteuert. Die höheren Kosten sollen Anreiz für einen sparsameren Umgang mit Strom sein. Die Einnahmen sind dafür geplant, Lohnkosten steuerlich zu entlasten und Beschäftigungskosten zu verringern.

    Die Stromsteuer beträgt 2,05 ct/kWh.

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