Steuern und Abgaben von Unternehmen

Damit Sie für Ihr Unternehmen besser planen können, halten wir hier Zahlen und Fakten zur steuerlichen Belastung Ihres Energieverbrauches bereit.

Zum 1. Januar 2021 werden die vom Staat festgelegten Abgaben und Umlagen für Strom- und Gaslieferungen angepasst. In Summe ergibt sich eine leichte Senkung der Umlagen bei der Stromlieferung, das Niveau verbleibt aber weiterhin auf hohem Niveau. Die Entwicklung der Abgaben zeigt unterschiedliche Richtungen auf, die Senkung der EEG-Umlage durch die von der Bundesregierung beschlossenen Deckelung ist jedoch hervorzuheben. Für die Gaslieferung ergibt sich aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz eine zusätzliche Belastung.

Hier erfahren Sie alle Einzelheiten, geordnet nach den einzelnen Steuern und Abgaben. Die Veränderungen in 2021 haben wir für den Stromverbrauch beispielhaft für drei Verbrauchsmengen berechnet.

Strom: Steuern und Abgaben 2021 bei unterschiedlichem Jahresverbrauch*

 250.000 kWh/a750.000 kWh/a1.250.000 kWh/a
Summe24.100 €72.300 €    119.545 €
Kostenveränderung gegenüber Vorjahr- 433 €    - 1.298 €- 2.348 €
Kostenveränderung pro kWh- 0,173 ct    - 0,173 ct- 0,188 ct

* Privilegien oder Übergangsregelungen zur Verminderung einzelner Umlagen bleiben hier unberücksichtigt.

Privilegien

Die Möglichkeit für Unternehmen, sich von einem Teil der steuerlichen Belastungen ihres Energieverbrauchs befreien zu lassen, sind seit 2019 erheblich eingeschränkt worden. Die Privilegien kommen nur noch dann in Betracht, wenn ein Unternehmen die Voraussetzungen für die Besondere Ausgleichsregelung gemäß EEG erfüllt. Somit verringern sich die Umlagen pro Kilowattstunde nur noch für Unternehmen mit einem besonders hohen Stromkostenanteil.

Könnte diese Voraussetzung auf Sie zutreffen? Dann wenden Sie sich gerne an Ihren persönlichen Kundenmanager bei den Stadtwerken Kiel. Wir helfen Ihnen bei der fristgerechten Beantragung.

Alle Umlagen und Abgaben auf einem Blick

  • EEG-Umlage

    Die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt sich erheblich auf den Strompreis aus. Mit ihr soll der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland gefördert werden. Sie umfasst alle Vergütungen an Erzeuger für eingespeisten Ökostrom innerhalb eines Jahres (abzüglich der Einnahmen aus dem Verkauf des Ökostroms). Die Erzeuger erhalten für den EEG-Strom feste Vergütungssätze, die der Letztverbraucher über die EEG-Umlage entrichtet.

    Was ist neu in 2021?

    Die EEG-Umlage sinkt um knapp 4 Prozent auf 6,500 Cent je kWh durch einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. Im nächsten Jahr ist eine weitere Senkung geplant. Unter den strombezogenen Steuern und Abgaben bleibt die EEG-Umlage aber dennoch deutlich der mit Abstand größte Posten.

    Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
    20146,24 ct/kWh
    20156,17 ct/kWh
    20166,354 ct/kWh
    20176,88 ct/kWh
    20186,792 ct/kWh
    20196,405 ct/kWh
    20206,756 ct/kWh
    20216,500 ct/kWh
  • Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

    Mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die parallele Erzeugung von Strom und Wärme in einem Heizkraftwerk gemeint. Da dieses Verfahren besonders energieeffizient und somit klimaschonend ist, fördert der Staat den Betrieb entsprechender Anlagen. Ziel ist, dass im Jahr 2020 ein Viertel des in Deutschland erzeugten Stromes in KWK-Anlagen produziert wird. Die Kosten hierfür deckt eine Umlage, festgelegt im KWK-Gesetz.

    Was ist neu in 2021?

    Die KWKG-Umlage steigt auf 0,254 ct/kWh. Seit 2016 ist dies der erste Anstieg. In 2020 belief sie sich auf 0,226 ct/kWh. Sie fällt für alle nicht-privilegierten Letztverbraucher als Aufschlag auf die Netzentgelte an.

    Umlage nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
     bis 1.000.000 kWhjede weitere kWh
    20160,445 ct/kWh0,040 ct/kWh
    20170,438 ct/kWhje nach Privileg oder Übergangsregelung
    20180,345 ct/kWhje nach Privileg oder Übergangsregelung
    20190,280 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
    20200,226 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
    20210,254 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
  • Umlage gemäß §19 Stromnetzentgeltverordnung

    Mit dieser Umlage für »Sonderkunden« werden verminderte Netzentgelte gegenfinanziert, die Unternehmen mit hohem Energieverbrauch eingeräumt werden. Die Umlage ist seit Januar 2012 Bestandteil Ihrer Rechnung.

    Was ist neu in 2021?

    Die Umlage gemäß §19 StromNEV steigt das dritte Jahr in Folge an. Sie erhöht sich um knapp 21 Prozent von 0,358 auf 0,432 ct/kWh

    Umlage gemäß §19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)
     bis 1 Mio. kWhjede weitere kWh
    20170,388 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20180,370 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20190,305 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20200,358 ct/kWh0,050 ct/kWh*
    20210,432 ct/kWh0,050 ct/kWh*

    * Letztverbraucher aus dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur werden nur mit 0,025 ct/kWh belastet, sofern sie nachweisen können, dass ihre Stromkosten im Vorjahr mehr als 4 % des Umsatzes betrugen.

  • Offshore-Netzumlage

    Diese Umlage finanziert Ausgleichszahlungen in dem Fall, dass zugesagte Netzanschlüsse zu Offshore-Windparks nicht planmäßig verfügbar sind. Übertragungsnetzbetreiber werden in diesem Fall regresspflichtig. Die Umlage soll Investitionen in Hochseewindparks finanziell absichern. Als »Offshore-Haftungsumlage« ist sie seit 2013 Teil des Strompreises. Seit 2019 werden über diese Umlage auch die Netzanbindungskosten für Offshore-Anlagen an die Endverbraucher weitergereicht. Deshalb wurde sie in »Offshore-Netzumlage« umbenannt.

    Was ist neu in 2021?

    Die Offshore-Netzumlage sinkt das erste Mal nach Umstellung der Verrechnungslogik im Jahr 2019 von 0,416 ct/kWh auf 0,395 ct/kWh. Sie wird von nicht-privilegierten Letztverbrauchern erhoben. Gleichzeitig sind mögliche Privilegien seit 2019 erheblich eingeschränkt und an die Bewilligung von Privilegien gemäß EEG gekoppelt worden.

    Offshore-Netzumlage
     bis 1 Mio. kWhjede weitere kWh
    20170,028 ct/kWh0,038 ct*
    20180,037 ct/kWh0,049 ct
    20190,416 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
    20200,416 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG
    20210,395 ct/kWhPrivilegien nur gem. EEG

    * Letztverbraucher aus dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur werden nur mit 0,025 ct/kWh belastet, sofern sie nachweisen können, dass ihre Stromkosten im Vorjahr mehr als 4 % des Umsatzes betrugen.

  • Umlage für abschaltbare Lasten

    Die AbLaV-Umlage, auch »Abschaltumlage« genannt, trat 2014 zum ersten Mal in Kraft. Mit ihr werden Prämien oder Entschädigungen an Großabnehmer refinanziert, die zur Vermeidung eines »Blackouts« ihren Stromverbrauch an Großabnahmestellen runterfahren oder abschalten.

    Was ist neu in 2021?

    Die Abschaltumlage bleibt die niedrigste Netzumlage. Sie steigt wie im letzten Jahr um 0,002 ct/kWh auf nun 0,009 ct/kWh. Sie kann nicht durch Privilegien reduziert werden.

    Umlage für abschaltbare Lasten
    20170,006 ct/kWh
    20180,011 ct/kWh
    20190,005 ct/kWh
    20200,007 ct/kWh
    20210,009 ct/kWh
  • Erdgas: CO2-Bepreisung nach BEHG

    Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ist Grundlage für den nationalen CO2-Emissionszertifikatehandel. Es regelt die Bepreisung der CO2-Emissionen fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl und Erdgas), soweit sie nicht bereits vom europäischen Emissionshandel erfasst sind. Lieferanten müssen ab 2021 pro in Verkehr gebrachte Einheit Brennstoff CO2-Zertifikate erwerben. Für die Bundesregierung ist die CO2-Bepreisung das zentrale Instrument zur Erreichung der nationalen Klimaziele für 2030. Ziel ist es, finanzielle Anreize zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu setzen.

    Was ist neu in 2021?

    Der Handels-Startpreis für eine Tonne CO2 beträgt 25 Euro im Jahr 2021. Daraus ergibt beim Verbrauch von Erdgas eine zusätzliche Belastung von 0,455 ct/kWh (netto). Bis 2025 steigt der Festpreis pro Tonne CO2 dann kontinuierlich auf 55 Euro. Anschließend werden die CO2-Zertifikate frei gehandelt. Ab diesem Zeitpunkt ist die Preisentwicklung somit schwer vorhersehbar.

  • Konzessionsabgabe

    Diese Abgabe kommt Städten und Gemeinden für den Bau und Betrieb von Versorgungsleitungen auf und in öffentlichem Grund zugute. Dieser Betrag gilt für Sondervertragskunden nach Konzessionsabgabenverordnung. Sondervertragskunde ist, wer einen Jahresverbrauch von mehr als 30.000 Kilowattstunden aufweist und dessen gemessene Höchstleistung in mindestens zwei Monaten des Jahres 30 Kilowatt übersteigt.

    Die Konzessionsabgabe beträgt unverändert 0,11 ct/kWh für Sondervertragskunden.

  • Stromsteuer

    Mit der Stromsteuer ist seit 1999 der Verbrauch von elektrischer Energie besteuert. Die höheren Kosten sollen Anreiz für einen sparsameren Umgang mit Strom sein. Die Einnahmen sind dafür geplant, Lohnkosten steuerlich zu entlasten und Beschäftigungskosten zu verringern.

    Die Stromsteuer beträgt 2,05 ct/kWh.

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