Drohnen über Kiel: Thermografische Inspektion des Fernwärmenetzes startet
Die Stadtwerke Kiel führen Inspektionen ihres 364 Kilometer langen Fernwärmenetzes durch. Hierfür lässt der Energieversorger ab der kommenden Woche im Zeitraum von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr das Versorgungsgebiet in der Landeshauptstadt mit speziellen Drohnen überfliegen. Die mit einem Sensor ausgestattete Drohne erstellt innerhalb der nächsten zwei Wochen aus der Luft Wärmebilder. Diese sogenannte Flugthermografie ermöglicht es, Wärmeverluste im Kieler Stadtgebiet aufzuspüren.„Die Aufnahmen erfolgen an vier bis fünf Tagen bis Ende März aus einer Höhe von 90 bis 120 Metern senkrecht nach unten. Dabei kann unter Umständen ein leises Summen wahrnehmbar sein. Der thermische Sensor erfasst ausschließlich Oberflächentemperaturen und kann nicht durch Fenster hindurchsehen. Aufgrund des Wetters können wir aktuell keine konkreten Tage nennen“, teilt Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke Kiel, mit.
Aktuelle Infos über die Flugtage veröffentlicht der Energieversorger unter www.stadtwerke-kiel.de/drohnen.
Mithilfe der thermografischen Aufnahmen erhalten die Stadtwerke Kiel einen präzisen Überblick über das Fernwärmeversorgungsnetz und mögliche Leckagen. Die Drohneninspektion ermöglicht ein gezieltes Handeln, um eventuelle Betriebsstörungen wie Isolationsschäden oder Leckagen im Leitungssystem aufzudecken und unnötige Energie- und Wasserverluste zu stoppen.
Um die Flugbereitschaft zu gewährleisten, prüfen die Piloten die Drohnen regelmäßig. Darüber hinaus lässt der Dienstleister die Drohnen mindestens einmal im Jahr beim Hersteller umfangreich warten. Sollte ein Flug jedoch aus Sicherheitsgründen oder aufgrund eines Komponentenausfalls abgebrochen werden müssen, ist die Drohne mit einem zugelassenen Notfallfallschirm ausgestattet. Dieser reduziert die Fallgeschwindigkeit und stellt sicher, dass der Aufprall keine Personen am Boden gefährdet. Das System verfügt außerdem über einen Alarm, der Personen am Boden vor einem herabfallenden Objekt warnt. Der Fallschirm wird ebenfalls jährlich gewartet, um seine Funktionsfähigkeit im Notfall zu sichern und damit den Schutz der Menschen zu gewährleisten. Für die Prüfung ihres Fernwärmenetzes beauftragten die Stadtwerke Kiel mit „Drone Systems“ aus Dänemark einen führenden Anbieter für thermische Drohneninspektionen.
Die Drohne erstellt keine gewöhnlichen Bildaufnahmen. Sie misst elektromagnetische Wellen im Wellenlängenbereich von 7,5 bis 14 Mikrometer (µm). Die gemessene Intensität wird in eine Temperatur umgerechnet, der anschließend eine Farbe zugeordnet wird. Auf diese Weise entstehen die thermografischen Bilder.
