Köpfe

Stimmen zum Küstenkraftwerk

Hinter unserem Küstenkraftwerk steckt nicht nur jede Menge innovative Technik, sondern auch ein starkes Team mit viel fachlicher Expertise und Engagement für unser Projekt.

Einige Teammitglieder stellen wir hier vor.

Es ist das Leuchtturmprojekt der Kieler Stadtwerke: Unser Küstenkraftwerk setzt als europaweit modernstes Projekt neue Maßstäbe für Flexibilität, Effizienz und ökologische Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist dieser Neubau auf dem Ostufer der Kieler Förde die größte Investition, die wir als Unternehmen jemals getätigt haben, nämlich rund 290 Millionen Euro. Gesichert wird hiermit die langfristige Wärmeversorgung in der Landeshauptstadt.”
Frank Meier, Vorstandsvorsitzender
Allein ein Gasmotorenheizkraftwerk stellt in Deutschland eine Besonderheit dar – noch besser ist jedoch das Gesamtsystem: 20 Gasmotoren können in weniger als fünf Minuten auf eine Nennleistung von 190 Megawatt elektrisch gefahren werden. Gleichzeitig kann beim Betrieb eine Wärmeleistung von 192 Megawatt erzeugt werden.”
Dr. Jörg Teupen, Vorstand Technik und Personal
Bildquelle: „Landeshauptstadt Kiel/Marco Knopp“
Kiel ist bereits seit 1995 Klimaschutzstadt. Im Jahr 2017 haben wir mit dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ eine neue Klimaschutzstrategie für die Stadt erstellt und im Mai 2019 hat die Ratsversammlung eine Resolution zum „Climate Emergency“ beschlossen. Unser Ziel ist es, möglichst schnell die Klimaneutralität zu erreichen. Das können wir nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern und mit den lokalen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung schaffen. Und ich bin zuversichtlich. Wir sind auf einem richtigen Weg – dank des Klimaschutzengagements der vergangenen Jahre, dank unserer vielen aktuellen Maßnahmen und auch dank unseres neuen modernen Küstenkraftwerks.”
Dr. Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister der Stadt Kiel
Valesca Balerrama, Elektronikerin, ist stolz und froh, das Projekt von Anfang an begleitet zu haben.
Valesca Balderrama arbeitet in der Automatisierungstechnik und ist für die Fernwärme tätig. Sie hat Automatisierungsprogramme geschrieben, um das neue Leitsystem des Küstenkraftwerks mit dem schon bestehenden Fernwärmeleitsystem zu koppeln.

Thomas Anderka, 48 Jahre

Kraftwerksmaschinist und Leitstandsfahrer

„Hier im Küstenkraftwerk kümmere ich mich um die sichere Versorgung der Kielerinnen und Kieler mit Fernwärme und Strom. Alle Störungen oder Fehlermeldungen kommen bei uns in der Leitwarte an, wir geben diese Daten ein und leiten sie entsprechend weiter. Dann entscheidet der Schichtleiter, was zu tun ist: beheben wir selbst die Fehler oder kümmert sich eine entsprechende Fremdfirma?

Wir arbeiten in drei Schichten, rund um die Uhr. Das mache ich so seit 20 Jahren und es gefällt mir. Früh-, Spät und Nachtschicht. Das ist bei mir schon Routine. Hellwach kontrollieren wir unsere Anlagen – einer ist immer vor Ort. Und wenn dann etwas anliegt, wird auch sofort reagiert.

Neulich beispielsweise war der Druck im gesamten Kühlwassersystem erhöht: Wir haben eine ganze Nacht und einen Tag nach dem Fehler gesucht und mussten letztendlich alle 20 Dichtungen an den 20 Zylindern eines Motors austauschen. Ich denke, unser Küstenkraftwerk hat – genauso wie jedes neue Auto – auch ein paar Kinderkrankheiten. Das ist normal und zu beheben. Es ist ein besonderes Kraftwerk und hier macht auch ein 'ganz normaler' Job richtig Spaß.“

Kai Kmitkowski, 41 Jahre

Schichtleiter „Erzeugung“

„Ich bin ganz frisch im Unternehmen – als Schichtleiter 'Erzeugung' sehe ich hier in Europas modernstem Kraftwerk meine Riesenchance.

Vorher habe ich viele Jahre im alten Gemeinschaftskraftwerk Kiel (GKK) gearbeitet – und das war knapp 50 Jahre alt. Jetzt diese innovative, moderne und hochflexible Lösung – ich bin richtig stolz!

Zu meinem Schichtteam gehören zwei Leitstandfahrer und ein Kraftwerksmaschinist – insgesamt sind wir sechs Schichtleiter. Ich habe meinen Arbeitsplatz in der Leitwarte und verantworte gemeinsam mit meinen Kollegen, dass im Bereich Fernwärme im Küstenkraftwerk alles funktioniert.

Sinkt beispielsweise die Temperatur im System ab, wird - ferngesteuert durch die Leitstandfahrer - ein Heizwerk hinzugeschaltet. Gelingt das nicht, fährt die Rufbereitschaft hin und überprüft, was los ist.

Zudem übernehmen wir jetzt auch im Stromhandel unsere Aufgaben: In dem Moment, in dem beispielsweise ein Motor im Küstenkraftwerk ausfällt, fehlt uns Leistung im Netz – also in unserer gesamten Energiebilanz. Das wird dann weitergegeben und unser System kauft automatisch Strom an der Börse oder aber, wenn verfügbar, übernehmen andere Motoren diese Leistung.

Darüber hinaus haben wir dann natürlich auch mehr Gas als benötigt im Netz – und dieses muss zurück in die Kaverne. Eigentlich läuft im Küstenkraftwerk alles automatisiert – wir Mitarbeiter greifen in kritischen Situationen ein, wenn etwas nicht funktioniert oder defekt ist. Ein herausfordernder Job – schön, dass ich dabei sein darf!“

Daniel Mischok, 30 Jahre

Meister Betrieb und Instandhaltung

„Ich bin hier als Meister für die Instandhaltung im Küstenkraftwerk beschäftigt. Mit einem Team von zehn Wärmemonteuren, bestehend aus Elektronikern und Industriemechanikern, sind wir für die Betreuung des Kraftwerks und der Nebenanlagen verantwortlich. Das bedeutet für den Elektrodenkessel, den Wärmespeicher und alles, was darüber sonst noch für den Betrieb unserer 20 Motoren erforderlich ist. Wir waren teilweise beim Bau dabei und haben die Abnahmen begleitet, um das Projektteam zu unterstützen und fit für die gesamte Anlage zu werden.

Betrachten wir beispielsweise den Wärmespeicher - dieser hat insgesamt 36 Temperaturmessungen für die einzelnen Schichten. Sollte es hier zu Abweichungen oder einem Defekt kommen, wird automatisiert ein Alarm in der Leitwarte ausgelöst. Wir bekommen die Info, suchen den Fehler, überprüfen die Messung oder tauschen diese aus.

Neulich war beispielsweise eine Klemmverbindung in der Heizung der Dampfpolsteranlage im Wärmespeicher locker, es wurde heiß und die Klemme verschmorte. Ein Fehler, den wir durch einen Austausch sofort behoben haben. Alle 72 Stunden, so ist es mit der zuständigen Überwachungsbehörde abgestimmt, findet eine Inspektion der Anlage statt. Und alle vier Wochen überprüfen wir zusätzlich die Sicherheitsorgane des Elektrodenkessels.

Auch das Heizwerk Ost gehört zu den Anlagen, die wir betreuen - es befindet sich in unmittelbarer Nähe. Zu unserem Tagesdienst haben wir auch eine Rufbereitschaft – so ist bei einer Störung immer jemand schnell vor Ort.“

Christopher Arlt, 23 Jahre

Wärmemonteur

„Ich bin gemeinsam mit meinen drei Kollegen verantwortlich für die Wartung und Instandhaltung der Motoren und Nebenanlagen. Bei den Stadtwerken habe ich gelernt und mich dann mit meiner Spezialisierung zum Wärmemonteur direkt für diesen Job hier auf dem Gelände beworben.

Neben den Kraftwerksanlagen sind wir auch zuständig für alle anderen Erzeugungsanlagen des Unternehmens, wie das Heizkraftwerk in der Humboldtstaße oder das Heizwerk Ost. In unsere Tätigkeiten hier im Küstenkraftwerk sind wir eigentlich ab dem Baubeginn hineingewachsen – haben alles sozusagen von der Pike auf gelernt.

Eine sehr umfangreiche Tätigkeit, alle Elemente hier sind hoch komplexe Anlagen – und eigentlich funktionieren sie auch alle nur zusammen.

Betrachten wir beispielsweise die Pumpenhalle: mit sechs riesigen Vorlauf- und ebenfalls sechs Rücklaufpumpen, dazu drei kleinere Beimisch-Pumpen – stellt sie das eigentliche Herzstück der Anlagen dar. Wenn da irgendetwas nicht so funktioniert, wie es soll, läuft hier gar nichts mehr. Und dem beugen wir vor, indem wir inspizieren, kontrollieren und gegebenenfalls sofort reparieren. Nicht dass noch Kiel friert. Ich freue mich auf das was kommt – und habe richtig Lust aufs Küstenkraftwerk.“

Ole Nissen

Technischer Projektleiter und Abteilungsleiter Technische Erzeugung

„Unser Küstenkraftwerk ist am Netz – und wir versorgen die Landeshauptstadt sicher und zuverlässig mit Strom und Wärme. Um dieses so hochkomplexe Kraftwerkssystem zu entwickeln und zu bauen, hat es einige Jahre gedauert. Und es ist selbstverständlich, dass es jetzt, nachdem wir erste Betriebserfahrungen gesammelt haben, auch um Restarbeiten, Optimierungs–und Verbesserungsszenarien geht.

Neben meinem Job als Abteilungsleiter mit der Verantwortung für gut 60 MitarbeiterInnen auf dem Gelände, haben diese Finetunings eine hohe Priorität für uns: So geht es beispielsweise um die verfahrenstechnische Optimierung des Kraftwerks und der Wasseraufbereitungsanlage, die für das Fernwärmenetz und das Kraftwerk von Bedeutung ist. Hier wollen wir die Leistungsfähigkeit noch weiter optimieren. Und auch hinsichtlich des Anfahrverhaltens und der Standfestigkeit unserer 20 Gasmotoren müssen wir Einiges anpassen. Zudem arbeiten wir daran, die Leistung jedes Motors um 50 KW zu steigern. Unser großes Ziel, eine sehr hohe Anlagenverfügbarkeit mit möglichst geringen Ausfall – und Wartungszeiten zu erreichen, ist auf einem guten Weg.“

Rolf Mittag

Betriebsingenieur für Verfahrenstechnik

„Ein halbes Jahr Küstenkraftwerk – da sind wir noch in der Kennlernphase. Doch so langsam entwickelt sich eine Vertrautheit und auch Sicherheit für uns. Jetzt erst lernen wir die Details so richtig kennen, können die Stärken und auch die Schwächen richtig einschätzen. Wir haben mit den zweiten Wartungen für die Motoren begonnen, nach 4000 Betriebsstunden war das fällig. Pro Motor veranschlagen wir 31 Stunden – bis wir mit allen 20 Gasmotoren durch sind, vergeht Zeit.

Zusätzlich arbeiten wir an Optimierungen, die wir bis zum Winter auch getestet und umgesetzt haben werden. So ist es unser Ziel für jeden Motor die Leistung um 50 KW zu erhöhen und das sollte bis Mitte September geschafft sein – diesbezüglich passen wir die Motorensteuerung entsprechend an. Aber ich sehe das alles sehr zuversichtlich, es macht Spaß. Manches läuft anders, als wir es uns vorstellen. Aber wir haben auch einen sehr hohen Anspruch – die Anforderung liegt bei 97 Prozent Verfügbarkeit. Das ist hoch – bei unserem Küstenkraftwerk, Europas modernsten, allerdings Voraussetzung.“

Bennet-Niklas Bricks

Projektingenieur

„Der Wärmespeicher ist schon eine herausragende Möglichkeit erzeugte Wärme zu speichern, wenn sie nicht gerade benötigt wird. Beispielsweise wenn wir viel Strom aus regenerativen Energien haben und im Elektrodenkessel daraus Wärme produzieren. Beeindruckend war der Bau: Im Spiralverfahren ist der riesige Stahlbehälter mit Dach in die Höhe gewachsen. Mittels einer Dreh-Hub–Vorrichtung wurde die Speicherhülle nach oben bewegt. 16 Tonnen Hubkraft pro Element! Und dadurch alle Arbeiten in Bodennähe – ein sicheres und effektives Verfahren.“

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