Drohnen über Kiel: Thermografische Inspektion des Fernwärmenetzes
Die Stadtwerke Kiel führen Inspektionen ihres 378 Kilometer langen Fernwärmenetzes durch. Hierfür lässt der Energieversorger voraussichtlich ab Anfang März das Versorgungsgebiet in der Landeshauptstadt mit speziellen Drohnen überfliegen. Aus einer Flughöhe von 90 bis 120 Metern erstellt die mit einem Sensor ausgestattete Drohne Wärmebilder. Diese sogenannte Flugthermografie ermöglicht es, Wärmeverluste im Kieler Stadtgebiet aufzuspüren.„Mithilfe der thermografischen Aufnahmen erhalten wir einen präzisen Überblick über unser Fernwärmeversorgungsnetz und mögliche Leckagen. Die Drohneninspektion ermöglicht ein gezieltes Handeln, um eventuelle Betriebsstörungen wie Isolationsschäden oder Leckagen im Leitungssystem aufzudecken und unnötige Energie- und Wasserverluste zu stoppen“, erklärt Dr. Jörg Teupen, Vorstand für Technik und Personal der Stadtwerke Kiel AG.
Die thermografischen Inspektionsflüge der Drohne finden voraussichtlich an vier Tagen im März im Zeitraum von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr statt. Genaue Zeitangaben kann das Unternehmen derzeit noch nicht geben. Denn um qualitativ hochwertige Messergebnisse zu gewährleisten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Es darf keinen Regen und keine nassen Oberflächen geben, die Windgeschwindigkeit muss gering sein und die relative Luftfeuchtigkeit niedrig. Daher ist eine exakte Terminplanung nicht möglich. Über geplante und bereits durchgeführte Flüge informiert der Energieversorger unter www.stadtwerke-kiel.de/drohnen.
Die Drohne erstellt keine gewöhnlichen Bildaufnahmen. Sie misst elektromagnetische Wellen im Wellenlängenbereich von 7,5 bis 14 Mikrometer (µm). Die gemessene Intensität wird in eine Temperatur umgerechnet, der anschließend eine Farbe zugeordnet wird. Auf diese Weise entstehen die thermografischen Bilder.
Die Aufnahmen erfolgen in einer Höhe von 90 bis 120 Metern senkrecht nach unten. Dabei kann unter Umständen ein leises Summen wahrnehmbar sein. Der thermische Sensor erfasst ausschließlich Oberflächentemperaturen und kann nicht durch Fenster hindurchsehen.
„Aktuell planen wir die Drohnenflüge über unser Leitungsnetz für März. Abhängig von den Wetterbedingungen kann es kurzfristig zu Verschiebungen kommen. Sollten Sie unsicher sein, ob die Drohne zu uns gehört, schauen Sie gerne auf unsere Website“, so Teupen abschließend.
Für die Prüfung ihres Fernwärmenetzes beauftragten die Stadtwerke Kiel mit „Drone Systems“ aus Dänemark einen führenden Anbieter für thermische Drohneninspektionen. Um die Flugbereitschaft zu gewährleisten, prüfen die Piloten die Drohnen regelmäßig. Darüber hinaus lässt der Dienstleister die Drohnen mindestens einmal im Jahr beim Hersteller umfangreich warten. Sollte ein Flug jedoch aus Sicherheitsgründen oder aufgrund eines Komponentenausfalls abgebrochen werden müssen, ist die Drohne mit einem zugelassenen Notfallfallschirm ausgestattet. Dieser reduziert die Fallgeschwindigkeit und stellt sicher, dass der Aufprall keine Personen am Boden gefährdet. Das System verfügt außerdem über einen Alarm, der Personen am Boden vor einem herabfallenden Objekt warnt. Der Fallschirm wird ebenfalls jährlich gewartet, um seine Funktionsfähigkeit im Notfall zu sichern und damit den Schutz der Menschen zu gewährleisten.
