Drohnen messen Methanemissionen an gastechnischen Anlagen
Die Stadtwerke Kiel prüfen zwischen 29. und 30. Oktober gastechnische Anlagen mithilfe von speziell ausgestatteten Drohnen auf mögliche Methanemissionen. Hintergrund ist die EU-Methanemissionsverordnung, die eine regelmäßige Quantifizierung von Methanemissionen an einer definierten Stichprobe von Anlagen vorsieht. Die Spezialdrohnen untersuchen aus 70 bis 80 Metern Höhe die ausgewählten Anlagen, unter anderem Erdgasübergabestationen und Gasdruckregelanlagen, auf Gasaustritte und Methanleckagen.„Mit der Drohnentechnologie überprüfen wir zukünftig unsere Anlagen schnell, effizient und gleichzeitig sehr präzise. So erfüllen wir nicht nur die gesetzlichen Anforderungen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“, teilt Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke Kiel AG, mit.
Zum Einsatz kommen rund 20 Kilogramm schwere Drohnen des Typs DJI M400 mit RTK-System. Ausgestattet mit modernster Lasermesstechnik, einer KI-gestützten Analyse sowie einer 3D-gestützten Datenerfassung erkennen und lokalisieren die Spezialdrohnen selbst kleinste Methanaustritte präzise. Die Drohne misst berührungslos mittels OP-TDLAS-Verfahren (Open Path Tunable Diode Laser Absorption Spectroscopy), bei dem Methankonzentrationen in Echtzeit erfasst werden.
Die Befliegungen führt der hierfür spezialisierte Dienstleister Terra Flight durch. Dabei schwebt die Drohne ausschließlich über der jeweiligen Anlage und überfliegt nicht das umliegende Gebiet oder die angeschlossenen Gasleitungen. Die Messungen erfolgen in einer Flughöhe von etwa 70 bis 80 Metern und dauern pro Standort nur wenige Minuten. Insgesamt sollen 2026 dreizehn und 2027 zwölf gastechnische Anlagen überprüft werden.
„Für ein Höchstmaß an Sicherheit sind die Drohnen mit einem automatischen Fallschirmsystem ausgestattet. Im unwahrscheinlichen Fall einer technischen Störung gewährleistet dieses eine kontrollierte Landung“, so Schuster weiter.
Mit dieser weiteren Drohnenbefliegung bauen die Stadtwerke Kiel ihre Erfahrungen im Einsatz moderner Luftbild- und Sensortechnik weiter aus. Bereits in der Vergangenheit haben die Stadtwerke erfolgreich Drohnen zur thermografischen Inspektion ihres Fernwärmenetzes eingesetzt und dabei wertvolle Erkenntnisse über den Zustand der Infrastruktur gewonnen. Die jetzt geplanten Methanmessungen knüpfen an diese positiven Erfahrungen an.