Jakob Drews, Bilanzkreismanager bei den Stadtwerken Kiel, zeigt, wie Leidenschaft fürs Radfahren den Alltag und das eigene Umfeld positiv verändern kann. Für ihn ist das Fahrrad weit mehr als ein Fortbewegungsmittel – es ist Lebensgefühl, Freiheit und Inspiration. Wir haben mit ihm gesprochen.
Hallo Jakob, wer bist du und was machst du bei den Stadtwerken?

Ich bin Jakob Drews, 30 Jahre alt und seit Dezember 2020 bei den Stadtwerken Kiel. Im Bereich Portfoliomanagement und Energiewirtschaft sorge ich gemeinsam in meinem Team dafür, dass wir Strom und Energie in günstigen Momenten einkaufen oder in unseren Kraftwerken selbst erzeugen, um sie unseren Kundinnen und Kunden zuverlässig zur Verfügung zu stellen.
Was verbindet dich im Alltag mit dem Fahrrad?
Es begann damit, dass ich vor mehr als zwei Jahren mein Auto abgegeben habe und mir ein Fahrrad als Ersatz zugelegt habe. Ich habe schnell die Vorteile des Radfahrens schätzen gelernt: Es ist entschleunigend, planbar und unabhängig von Staus oder Baustellen. Meine Leidenschaft für das Radfahren hat sich dann schnell weiterentwickelt, zu den Alltagsfahrten kamen die sportlichen Graveltouren in der Freizeit dazu. Heutzutage ist auch kein Urlaub ohne Rad vorstellbar: Ob Wochenendausflug in die Holsteinische Schweiz oder der Bikepacking-Trip nach Amsterdam, überall ist mein Rad dabei.

Thema Bikepacking: Was macht für dich den Reiz aus?
Die Kombination aus Draußensein und der Herausforderung, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, reizt mich. Grundlegende Fragen, wie der beste Zeltplatz für die Nacht, wo die Wasserflaschen aufgefüllt werden und welches Gericht ich mir abends zubereiten kann, rücken in den Vordergrund. Auf meinen ersten Bikepacking-Touren habe ich zusätzlich gemerkt, wie schön es ist, den ganzen Tag draußen zu sein und sich dem Wetter auszusetzen. Man beginnt sehr schnell, die Natur und die direkten Umwelteinflüsse, wie Rückenwind, Sonnenschein oder den abgeschiedenen Waldweg, als Geschenk für sich anzuerkennen. Diese Erlebnisse in der Natur sind es, welche mich immer wieder aufs Neue losfahren lassen. Denn egal, ob auf Norwegens Rallarvegen oder in Naturparks direkt vor der Haustür, es gibt unendlich schöne und eindrucksvolle Gegenden zu entdecken.
Was planst du für 2026?

Nachdem ich mit meiner Partnerin letztes Jahr Norwegens Hochebenen erleben durfte, geht es dieses Jahr auf eine dreiwöchige Transalp-Bikepacking-Tour. Von Deutschlands Grenze aus fahren wir, meist über Schotter-, Forst- und Wanderwege, bis an den Gardasee, immer in den Bergen, weg von den für Autos ausgelegten Passstraßen oder den vollen Tälern. Es ist leicht zu erkennen, dass uns die Höhe und die damit verbundene Einsamkeit und Abgeschiedenheit in der Natur besonders reizt. Folglich zählt für die Packliste wie immer jedes Gramm; wir reduzieren die Ausrüstung auf das Nötigste, einschließlich Werkzeug, funktionaler Kleidung und Campingkocher.
Hast du ein großes Ziel für dein Bikepacking-Hobby?
Mein großer Traum ist es, die Möglichkeit zu haben, mit meiner Partnerin einfach mit dem Rad loszufahren und dann wieder zurückzukommen, wenn es sich richtig anfühlt. Frei von Verbindlichkeiten und Verpflichtungen, nur abhängig vom Wetter und von der Natur. Für solch ein Projekt schauen wir auch gerne über den ganzen Globus, Südamerika oder Neuseeland stehen gerade hoch im Kurs. Aber auch wenn wir nachher in Europa bleiben, es finden sich überall schöne Ecken weg von der Zivilisation und Tourismushochburgen.

Welchen Einfluss hat deine Leidenschaft fürs Radfahren auf dein Umfeld?
Besonders in meinem familiären und freundschaftlichen Umfeld merke ich, dass viele inspiriert sind, selbst mehr über Natururlaube oder eigene Touren nachzudenken. Insgesamt spüre ich, dass ich viele Menschen anstecken kann, sei es beim Camping in der Natur oder bei einer Feierabendrunde.




