Aktuelle Lage

Der Krieg in der Ukraine und die Folgen für die Energiewirtschaft

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt.

 

  • Warum wurde die Alarmstufe ausgerufen?

    Die Bundesregierung reagiert damit auf die stark gesunkenen russischen Gaslieferungen seit vergangener Woche. Der Gazprom-Konzern hatte die Lieferungen durch die wichtige Versorgungsleitung Nord Stream 1 stark reduziert.

    Voraussetzung für das Ausrufen der Alarmstufe des Notfallplans ist, die „gravierende Reduzierung von Gasströmen“ oder der „längere technische Ausfall wichtiger Infrastrukturen“. Auch die „hohe Gefahr langfristiger Unterversorgung“ fließt mit in die Beurteilung der Alarmstufe ein.

    Die Alarmstufe sendet das klare Signal an alle Gasverbraucherinnen und Gasverbraucher von der Industrie bis zu den privaten Haushalten, dass dort, wo es irgend geht, Gas eingespart werden muss, sprich: Der Verbrauch muss runtergehen, um sicher durch Herbst und Winter zu kommen. Zudem wird mit der Alarmstufe die Beobachtung noch einmal intensiviert.

  • Wie sicher ist die Energieversorgung in Deutschland?

    Die Versorgungssicherheit mit Gas ist aktuell gewährleistet. Die russischen Erdgaslieferungen nach Europa sinken bereits seit Monaten. Insgesamt wird seit Anfang Oktober ein Drittel weniger Gas aus Russland geliefert.

    Angesichts der erheblichen Kürzung der Lieferungen durch Nord Stream 1 durch Russland fehlen Mengen, die aktuell zwar noch anderweitig am Markt beschafft werden können, allerdings zu hohen Preisen. Auch die Länder Österreich, Frankreich, Italien sind betroffen von den Lieferkürzungen.

     

  • Welche Auswirkungen hat der Krieg auf die Energiepreise?

    Es ist davon auszugehen, dass es zu weiteren Preissteigerungen kommen wird. Die Preissteigerung an den Gasmärkten wird zeitlich nachgelagert auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben. Diese sind schon auf einem hohen Preisniveau; weitere Preissteigerungen sind aber nicht auszuschließen.

    Eine Prognose, wann und in welcher Höhe, können wir derzeit nicht machen.

  • Wo kommt das Gas für Kiel her?

    Das Erdgas für die Fernwärme- und Stromerzeugung sowie für die Endkunden beschaffen wir über das Konzernhandelshaus MVV Trading am Energiegroßhandelsmarkt. Im Großhandel gibt es keine direkte Zuordnung von Lieferungen aus bestimmten Ländern oder Regionen.

    Neben Russland wird Erdgas über Pipelines aus Norwegen und den Niederlanden nach Deutschland transportiert. Zudem wird verflüssigtes Erdgas (LNG) unter anderem aus Afrika und dem Nahen Osten per Schiff nach Europa und per Pipeline nach Deutschland geliefert.

  • Können die Stadtwerke Kiel nicht den Gasimport aus Russland stoppen?

    Wir haben keinen Einfluss darauf, wo unser Erdgas für die Fernwärme- und Stromerzeugung sowie für die Endkunden herkommt.

  • Was können die Kunden bei steigenden Energiepreisen tun?

    Jeder kann mithelfen: Vom Industrieunternehmen bis zum einzelnen Bürger. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten Energie einzusparen. Das dient nicht nur dem Klimaschutz und der Versorgungsicherheit, sondern entlastet auch das Portemonnaie.

    Wir wollen unabhängig werden von fossiler Energie - für unsere Freiheit und unsere Sicherheit. Das schaffen wir, indem wir Energie sparen und erneuerbare Energien zügig ausbauen. Das geht aber nur zusammen - mit den über 80 Millionen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland.

    Um Nachzahlungen aufgrund gestiegener Energiepreise zu vermeiden, empfehlen wir, die monatlichen Abschläge nach oben anzupassen. Dies können Sie ganz einfach in unseren Online-Services tun.

    Darüber hinaus führt das Sparen von Energie im Haushalt zu sinkenden Kosten. Wir haben Ihnen hier Energiespartipps zusammengestellt.

    Unter www.ganz-einfach-energiesparen.de und www.energiewechsel.de haben sowohl der Verband BDEW als auch die Bundesregierung Tipps zum Energiesparen bereitgestellt.

    Kunden, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten, empfehlen wir, sich zeitnah per Mail oder telefonisch mit uns in Verbindung zu setzen. Ziel muss es sein, gemeinsam eine tragfähige Lösung für den Ausgleich der Schulden und die laufenden Abschlagszahlungen zu finden.

    Unser Ziel ist es in erster Linie, dass finanziell in Not geratene Kunden weiter Energie beziehen können und eine Versorgungsunterbrechung vermieden wird. So bieten wir unseren Kunden auch Ratenzahlungen an.

    Auch unterstützen wir als Stadtwerke Kiel bereits seit 2008 den Lichtblick e.V. finanziell für die Schuldner- und Insolvenzberatung. Hier erhalten Menschen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, professionelle Unterstützung. Ziel der Schuldnerberatung ist es, dass die Betroffenen wieder handlungsfähig werden. Bei diesen Fällen arbeiten wir eng mit dem Beratungszentrum zusammen. Gemeinsam mit den Kunden findet das Beratungspersonal hier einen Ausweg aus dem finanziellen Engpass.

  • Wurde schon mal eine Alarmstufe ausgerufen?

    Nein, eine Alarmstufe nach dem Notfallplan wurde in Deutschland noch nicht ausgerufen.

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