Im größten der insgesamt vier Wasserwerke bereiten die Stadtwerke Kiel seit Jahrzehnten das qualitativ sehr gute Grundwasser zu einwandfreiem Trinkwasser auf. Auch die drei weiteren Werke in Pries, Wik und im Schwentinetal verarbeiten das Rohwasser, das aus bis zu 240 Meter Tiefe gefördert wird, nach dem gleichen Prinzip. So wird im Rahmen des ausschließlich natürlichen Aufbereitungsprozesses das kühle Nass verdüst und gefiltert. Dies hinterlässt nach all den Jahren Spuren an den Betonflächen der Verdüsungs- und Filterkammern.
Denn bei diesem Verfahren wird das Wasser fein zerstäubt. Die einzelnen Tropfen nehmen hierbei reichlich Sauerstoff auf und das im Wasser enthaltene Eisen und Mangan oxidiert aufgrund einer ganz natürlichen Reaktion. Auch der noch in Spuren vorhandene Schwefelwasserstoff verflüchtigt sich dabei. Im zweiten Schritt fließt das aufbereitete Wasser durch eine über zwei Meter dicke Schicht aus Quarzkies, der die sich bildenden Eisen- und Manganflocken rückstandsfrei herausfiltert. Das stetige Rieseln der feinen Tropfen an die Innenflächen der Kammern, das gelöste Eisen sowie Mangan und die schwefelhaltige Luft schädigen auf Dauer die Betonflächen.
Die hygienischen Maßstäbe der Kieler Stadtwerke fordern möglichst glatte und porenfreie Wände und Decken in den Aufbereitungskammern. Um die einwandfreie Trinkwasserqualität weiterhin zu gewährleisten, sanieren die Stadtwerke daher nun die ersten vier der acht Filterkammern in Schulensee. Bis Anfang des nächsten Jahres sind diese dann fertig gestellt. In den kommenden Jahren folgen die restlichen vier. Anschließend planen die Stadtwerke die vier Kammern im Wasserwerk Pries zu sanieren, Diese sind nahezu baugleich.
In allen Wasserwerken verlaufen dabei die Instandsetzungsarbeiten immer gleich: Als erstes werden die im Verdüsungsprozess oxidierten Eisen- und Manganablagerungen in Handarbeit entfernt. Anschließend der Quarzkies abgesaugt, um die Betonflächen komplett freizulegen. Die Betonflächen werden dann im Trockenstrahlverfahren und anschließend mit hohem Wasserdruck bearbeitet. Eine mineralisch zementgebundene Beschichtung schließt die Sanierungsarbeiten ab und die Betonwände sind wieder absolut eben und porenfrei.
Dennoch bleibt diese Investition nur ein kleiner Teil des Aufwandes, der die gesamte Aufbereitung von der Förderung bis zur Reinwasserqualität ausmacht. Um das Trinkwasser in der ausgezeichneten Kieler Qualität anbieten zu können, benötigen die Stadtwerke nicht nur keimfreie Filterkammern. Die 39 Förderbrunnen im Versorgungsgebiet müssen ständig gepflegt und gewartet werden. Unabhängige Experten untersuchen das Kieler Wasser zudem mehrmals in der Woche auf seine Reinheit. Dabei gehen die Qualitätskontrollen weit über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus.
Nur so gewährleisten die Stadtwerke Kiel den gewohnt hohen Standard.
Dass das Trinkwasser von so großer Reinheit ist, hängt dabei auch mit dem ausgezeichneten Ausgangsprodukt zusammen. Denn das Kieler Wasser stammt aus tertiären Braunkohlesanden und ist bis zu 6000 Jahre alt. Bereits vor Millionen Jahren hat sich hier eine großflächige unterirdische Mulde gebildet: der "Kieler Trog“. Er erstreckt sich von Boostedt bis zum Westufer Kiels und nach Norden bis hin zur Eckernförder Bucht. Die große Tiefe und die Abdeckung durch eine Ton-Mergel-Schicht sorgen dafür, dass das Grundwasser sicher vor Verunreinigungen geschützt ist.
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Stadtwerke Kiel AG
Wolfgang Podolske
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